Immobilientrends im Alpenraum

ALPSTYLE im Gespräch mit Sebastian Maurus

Hochwertiges Wohnen und der Alpenraum bilden eine untrennbare Symbiose. Eine Symbiose, welche sich Eigentümer aber selbstverständlich auch teuer bezahlen lassen. Im Gespräch mit Sebastian Maurus, Geschäftsführer der Immodocs GmbH in Kempten, haben wir den Immobilienmarkt von Süddeutschland bis nach Südtirol mal etwas genauer beleuchtet. Unser Experte gewährt uns dabei spannende Einblicke. Damit Sie wissen, mit wem Sie es zu tun haben: Die Immodocs GmbH ist auf die Projektierung, Vermietung und den Verkauf von gewerblich und wohnwirtschaftlich genutzten Immobilien spezialisiert. Das Leistungsspektrum der Immodocs GmbH umfasst unter anderem auch den Neubau von Eigentumswohnungen im gehobenen Standard bis zum Luxus-Segment. Sebastian Maurus wird uns künftig des Öfteren als „ALPSTYLE-Expert“ zur Verfügung stehen.

ALPSTYLE: Wie lässt sich die Immobiliensituation im Alpenraum allgemein beschreiben?
Maurus: Der Alpenraum ist seit jeher eine gefragte Region bei den Menschen. Natürlich kommt es etwas darauf an, welche Regionen wir zum Alpenraum hinzuzählen möchten. Im weiteren Umfeld würde ich die acht Alpenstaaten benennen, während wir uns in diesem Gespräch wohl mehr auf die Gebiete Süddeutschland, Österreich, Südtirol und die Schweiz beschränken werden – respektive die Regionen, die die Alpenkette unmittelbar umfassen. Wie gemein bekannt ist, boomt der Immobilienmarkt seit Jahren – insbesondere in vorgenannten Regionen war hier keine Ausnahme zu erkennen – ganz im Gegenteil. 

ALPSTYLE: Wo liegen die absoluten „Immobilien-Hot-Spots“?
Maurus: Gemessen an erzielten Quadratmeterpreisen, die bis zu einem gewissen Punkt auch die Nachfrage der Käufer indizieren, sind mit beträchtlichen Abstand die Regionen St. Moritz und Gstaad in der Schweiz zu benennen, die auch international als absolute Hot-Spots gelten – mit Quadratmeterpreisen um 14.500 EUR bei durchschnittlich 450m² Nettowohnfläche selbstredend. Interessant ist jedoch, dass sich die Preise seit Jahren auf nur leicht ansteigendem Niveau bewegen. Kitzbühel, Ischgl, Courchevel oder Sankt Anton beweisen sich ebenso konstant als absolute Hot-Spots mit internationalem Andrang. 

ALPSTYLE: Gibt es „Geheimtipps“ oder erschwingliche Feriendomizile? Einfach gefragt: wo würden Sie eine Immobilie kaufen?
Maurus: Wirkliche Geheimtipps gibt es kaum noch. Sobald wir uns nahe den entsprechenden Skigebieten bzw. begehrten Ferienregionen bewegen, wird der Markt immer heißer. Am Ende muss jeder Suchende selbst abwägen, wie viel Maß an Exklusivität um welchen entsprechenden Preis erwünscht ist. Allerdings denke ich, dass die Jungfernregion in der Schweiz, das wieder entdeckte Val D’Isere und allen voran Kitzbühel ihr Wertsteigerungspotential noch lange nicht voll ausgereizt haben. Die Preise in Kitzbühel sind im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um über zehn Prozentpunkte gestiegen. Dabei war es mitnichten der Fall, dass die Immobilien in Kitzbühel 2018 und 2019 Schnäppchencharakter innehielten. 

ALPSTYLE: Hat Corona zu einem Abflachen des Marktes geführt?
Maurus: Zu Zeiten des vollständigen Lockdowns haben sich natürlich vielerlei Prozesse verlangsamt und es sind dieses Jahr allein deshalb deutlich weniger Verkaufsabschlüsse zu verzeichnen. Insgesamt sind auch die mittel- bis langfristigen Folgen der Corona-Krise derzeit noch etwas schwer abzuschätzen. Die qualifizierte Nachfrage im Hochpreissegment hat sich ebenfalls ein Stück weit verringert. Von unserer Warte aus ist das aber nur eine temporäre Erscheinung – denn der jeweilige inländische Tourismus hat deutlich zugenommen. Wenn wir beispielsweise vom Allgäuer Raum sprechen, könnten die Preise kurz- bis mittelfristig wieder merklich ansteigen, da diese Regionen nun auch von Menschen entdeckt wurden, die vor Covid-19 nicht unbedingt ins Allgäu gereist wären.

ALPSTYLE: Wie sieht Ihre „Zukunftsprognose“ aus – werden die Preise weiter steigen?
Maurus: Ein Blick in die Glaskugel ist stets mit Vorsicht zu genießen. Dennoch erwarten wir, dass die Preise zunächst konstant bleiben werden, mit leichtem Aufwärtstrend. Die Nachfrage ist nach wie vor gewaltig, die Zinsen weiterhin historisch niedrig. Am Ende heißt es aber abwarten, welche weltwirtschaftlichen Folgen auf uns zukommen und wie sich die Unternehmen aus der Krise heraus entwickeln werden. 

Interview: Marcel Reiser