Es ist einmal mehr so weit. Ich bin auf Entdeckungsreise für unsere Rubrik „Alpenmetropole“. Dazu geht die Reise zunächst über den Brenner und dann bergab in Richtung Süden. Die Brennerautobahn ist prädestinierte Richtungsgeberin für den Urlaub im sonnigen Italien. Ob nun Südtirol tatsächlich zu Italien gehört? Auf der Landkarte ja, in den Herzen – vielleicht? Die Bewohner dieser Provinz sind wirklich stolz auf ihre Heimat und ihre Unabhängigkeit. Weder zu Nord noch zu Süd: Für mich ist es im Moment ganz gleich. Ich freue mich darauf, eine Metropole auf der sonnenverwöhnten Seite der Alpen kennenlernen zu dürfen. Dazu zurück zur Autobahn. Sie ist es nämlich, welche die Gäste für gewöhnlich an unserer auserkorenen Alpenmetropole vorbeiführt. Im Sinn, einmal eher zu rasten als in Bozen oder Meran, haben noch nicht allzu viele. Jene, denen es bisher einmal gelang, folgen dem Wegweiser selbstverständlich immer wieder. Jene, die bisher vorbeifuhren, sollten auf die geheime Perle im Eisacktal aufmerksam werden. Denn sie überrascht mit so vielem. Doch besonders mit der Eigenschaft, sich mit Geschichte, Genuss und Gesichtern ins Gedächtnis zu schleichen. Bis der Wunsch in einem erwacht, nun öfter folgende Ausfahrt zu nehmen: Bressanone – besser bekannt als Brixen.
Brixen ist für uns die Alpenmetropole und der Opener dieser Ausgabe, weil sie begeistert. Weil sie überrascht und weil sie trotz ihrem dörflichen Charakter alles kann, was ihre großen italienischen Geschwister auch können. Rom, Mailand und Venedig bieten Jahrtausende alte Geschichte, vielschichtige Kultur, vollmundigen Genuss, vollendeten Stil und unendlich Dolce Vita. Brixen kann das auch und es ist mir eine Freude, dies mit allen Sinnen aufnehmen zu können und meine Begeisterung für diese Alpenmetropole überfließen zu lassen.
Apropos fließen: Bressanone ist eine sehr wasserreiche Stadt. Etwas, dass ich ziemlich schnell verstehe. Und weil es mir Martina Rabensteiner, Historikerin und Fremdenführerin – aus Leidenschaft – gleich zu Beginn unserer Stadtführung erklärt. Allein die Innenstadt wartet mit 21 Trinkwasserbrunnen auf. Dann die tosende Eisack, die sich ihren Weg unermüdlich durch das Tal bahnt. Aber auch beim Water Light Festival wird deutlich, wie wichtig Wasser für die Stadt und ihre Bewohner ist. Und so steigen wir in die Geschichte dieser Stadt ein, denn wichtige Orte wurden schon immer dort errichtet, wo das Wasser fließt. So auch Brixen.
Mindestens eintausend Jahre alt soll die Alpenmetropole sein und damit die älteste in ganz Tirol. Es war Bischof Zacharias, der im Jahre 901 von König Ludwig dem Kind einen Hof mit Namen „Prishna“ als Geschenk erhielt und Ende des 10. Jahrhunderts Brixen zum Bischofssitz machte. Der dazugehörige Dom erhebt sich vor uns, als wir auf dem Domplatz stehen. Er zählt zu den wichtigsten Sakralbauten und mag Mitte des 10. Jahrhunderts errichtet worden sein. Noch heute lassen sich die Bischöfe darin bestatten, auch wenn die Stadt bereits seit den siebziger Jahren kein Bischofssitz mehr ist. Ein Hinweis für die Wichtigkeit der geheimen Perle? Es lohnt, den Dom zu entdecken, samt bestens erhaltener Fresken im wohl schönsten Kreuzgang Italiens.
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