Ein Grillkurs irgendwo in Deutschland. Die Teilnehmer stehen etwas ratlos um ein großes eiförmiges Gebilde aus Keramik herum. Nicht selten kommt dann die Frage: „Ist das ein Smoker?“. Denn auch, wenn man solche Keramikgrills inzwischen häufiger in diversen Kochsendungen sieht, so erschließt sich den meisten Menschen erst einmal nicht, was diese Geräte wie können.
Das Prinzip, runde Kochstellen aus Keramik oder Lehm zu bauen, ist Jahrtausende alt. Teilweise findet man sie aber eben auch heute noch im Einsatz. So ist der Tandoor zwischen Indien und Usbekistan sehr verbreitet. Und in Japan gibt es den Mushikamado, den Urvater des Keramikgrills. Der ist eigentlich eine Kochstelle, die vor allem bei rituellen Anlässen zum Einsatz kam und kommt. US-Soldaten brachten nach dem zweiten Weltkrieg die ersten Mushikamados mit in die USA, wo dann daraus die Keramikgrills in ihrer heutigen Form wurden. Die werden aufgrund ihrer Herkunft übrigens auch Kamado genannt und es gibt sie in verschiedenen Größen.
Ein Kamado besteht aus einem keramischen Außen- und einem oft mehrteiligen Innentopf aus dem gleichen Material. Außen ist er glasiert; nicht selten hat die Glasur ein Rissmuster, das sogenannte Krakelee. Einige Hersteller verwenden technische Keramik, andere nutzen die Jahrtausende lange Erfahrung der Chinesen in der Herstellung von Tonkeramik. Die Qualität der Endprodukte ist dabei aber nicht nur vom Material, sondern auch davon abhängig, wie gut und gleichmäßig die Töpfe gebrannt werden. Das ist eine Kunst, denn es geht hier um Töpfe mit zentimeterdicken Wänden. Und genau das eine Geheimnis der Kamados. Durch die Masse – ein mittelgroßer Keramikgrill wiegt rund 100 Kilogramm – ist eine hervorragende Wärmespeicherung möglich.
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